Buddhas Diät 2: Erfahrungen nach neun Monaten

Nach fast neun Monaten traue ich mich, über eine neue Gewohnheit zu schreiben.

‚Buddha’s Diät‘ – nach dem Mittagessen putze ich Zähne und nehme dann bis zum Frühstück am nächsten Morgen nur noch Wasser zu mir.

Es fing an mit einem Experiment. Als ich Anfang November 2016 von einem neuem Buch mit dem Titel ‚Buddhas Diät’ las, war sofort klar, dass ich dies erforschen möchte. Laut Überlieferung haben der Buddha und seine Schüler nach 12:00 Uhr nicht mehr gegessen. 12:00 Uhr schien mir mit meinem unregelmäßigen Leben etwas zu rigide. Aber nach dem Mittagessen, spätestens 15:00 Uhr nichts anderes mehr als Wasser zu essen/zu trinken fühlte sich realistisch an.

Nach einem Monat habe ich in einem anderen Beitrag berichtet, dass es mir unerwartet sehr leicht fiel, diese neue ‚Regel‘ einzuhalten und das ich die Veränderung als sehr positiv erfahren habe. Ein guter Grund, um weiter zu machen. Jetzt, nach fast neun Monaten, habe ich das Gefühl, dass meine Essgewohnheiten sich dauerhaft verändert haben. Es fühlt sich nicht an, als ob ich einer ‚Diät‘ folge. Wenn ich zuhause oder alleine bin, habe ich nicht einmal das Gefühl, etwas besonderes zu machen.

Ich fühle mich den ganzen Tag reich ernährt, gehe Abends nicht mit ‚Hunger‘ ins Bett, stehe Morgens nicht mit Hunger auf, glaube das ich alles bekomme was ich brauche und habe höchst selten die Idee, dass ich etwas verpasse wenn ich nicht mitesse. (Mit einem bisschen Glück gibt es ja morgen wieder einen Tag.)

Vor allem im Umgang mit Familie und Freunden habe ich ab und zu Ausnahmen gemacht. Manchmal steht es einfach nicht an, mein aktuelles Experiment so in den Vordergrund zu stellen. Es ist dann wichtiger ungestört sprechen zu können darüber wie die Kinder sich entwickeln, welches Auto man als nächstes kauft oder wie man umgeht mit den Herausforderungen einer Beziehung.

Der Buddha war da geschützt von Robe und Bettelschale. Mehrmals ist mir aufgefallen, dass ich bei beim Sehen von Fotos befreundeter Mönchen und Nonnen auf Familienbesuch gedacht habe: „Kannst du nicht besser was unauffälliges anziehen, damit deine Eltern und Geschwister mit ihrem Kind oder Bruder/Schwester unterwegs sein können, statt mit einem Mönch oder einer Nonne?“

In den neun Monaten habe ich mehrmals erfahren können, was passiert, wenn ich eine Ausnahme mache. Interessant ist, dass dieses ‚ungewohnt späte‘ Essen sofort einen „Hunger“ nach mehr auslöste. Ich habe dann nicht nur mitgegessen, sondern später auch ‚mitgeknabbert’ und war manchmal so im Essen, dass ich am nächsten Tag aus eigener Bewegung auch am Abend wieder etwas aß. Fast jedes Mal empfand ich es als unangenehm, mit befülltem Magen ins Bett zu gehen. Grund zurück zu kehren zu Buddha’s Diät.

Eine echte Probe war der Urlaub. Ich hatte die ersten Tage mehrmals das Gefühl, beim Lunch noch nicht alles zu mir genommen zu haben was ich brauche. Habe dann die Zügel losgelassen und fast zwei Wochen gegessen wann und was mir gepasst hat. Zurück zuhause hat es dann zehn Tage gedauert bis ich wieder in meiner neuen Gewohnheit gefestigt war. Erst mit einer Woche ‚Strenge‘ habe ich die Situation wieder in den Griff bekommen. Für den nächsten Urlaub möchte ich mir etwas Anderes ausdenken.

Manchmal ist durch mein Reisen oder weil ich in einem Rausch von Inspiration nachts gearbeitet habe, ein Frühstück oder Mittagmahl ausgefallen. Mit meiner Konstitution ergibt sich das aber nicht als Problem. Ich habe Reserven genug, kein Grund die ‚verlorene Mahlzeit‘ nachzuholen. 15:00 Uhr bleibt die Grenze.

Wo ich früher bei langen Reisen die ganze Strecke am Stück gefahren bin, nehme ich jetzt gegen 13 oder 14 Uhr Zeit, um gut zu essen. Wenn Kati dabei ist suchen wir uns ein vegetarisches Restaurant aus. So entdecken wir neue Städte, neue Gerichte. Auch das ist ein Geschenk. Kati leidet nicht mehr so unter meiner Gewohnheit nicht oder unregelmäßig zu essen beim Reisen. Der einzige Nachteil für Kati ist, dass wir abends die Mahlzeit nicht teilen und ich kein Bedürfnis verspüre abends zu kochen oder irgendwo hinzugehen.

Die Waage habe ich bewusst nicht in Betracht genommen. Ein Blick auf die Zahlen könnte das ganze zu einem ‚Kilo-race‘ werden lassen und darum geht es nicht. An meiner Kleidung merke ich, dass ich etwas überflüssige Reserven verbrannt habe. Unpraktisch, weil viel von meiner Kleidung mir jetzt ein Maß zu groß scheint. So kommt der Gürtel mal wieder in Einsatz.

Es fühlt sich herrlich an nach dem Mittagsmahl meine Zähne zu putzen und zu wissen, dass ich mir keinen einzigen Gedanken über Essen oder Trinken mehr machen brauche. Abends vor dem Schlafengehen putze ich nochmal meine Zähne. Und morgens nach dem Aufwachen wieder. Auch für Gebiss und Zahnfleisch also eine lange Pause.

Eine Überraschung ist, dass sich in manchem mein Geschmack verändert. Das Süße, was mich schon so lang ich mich erinnern kann zieht, ruft mich nicht mehr so stark. Es schmeckt mir auch oft nicht mehr. Ich nehme öfter wahr wie unruhig mich Zucker macht. Wie mein ganzer Körper sauer und bissig wird, wenn ich zuviel zu mir nehme. Auch ‚Reste‘ von gestern schmecken mir noch weniger gut als vorher. Wenn ich schon esse dann was richtiges. Im großen und ganzen beobachte ich eine Verbesserung bei der Auswahl der Qualität meines Essen. Ich bin noch kritischer, noch bewusster geworden.

Ich möchte niemanden überzeugen Buddha’s Diät zu folgen. ‚Untersuche was dir sinnvoll erscheint und behalte das gute’ scheint mir ein gute Devise. Für Menschen mit einer Konstitution wie Kati wäre diese Diät eine ‚Heillose Quälerei‘. Und der Buddha hat seinen Schülern immer wieder gesagt, dass sie für die Gesunderhaltung die ‚OrdensRegeln‘ anpassen dürfen.

Buddha unter roter Blüte

Cooler Typ dieser Buddha.

Ich bin neugierig wie diese Entdeckungsreise weiter geht.

Lese Buddha’s Diät Teil 3

Ein Gedanke zu „Buddhas Diät 2: Erfahrungen nach neun Monaten

  1. Ich bin begeistert und werde dieser Diät Folge leisten. Gewiß wird es erst schwierig aber mein Körper wird sich daran gewöhnen. Vielen Dank!

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