Vipassana-Retreat – Buddhistische Einsichts-Meditation

Vipassana bei Buddhayoga

Vipassana oder Einsichtsmeditation wird von verschiedenen Schulen und Lehrern auf unterschiedliche Weise unterrichtet. Wir bieten seit 2008 durchgängig 4- und 10-tages-Retreats an. Vipassana bei Buddhayoga kennzeichnet sich durch:

  • Persönliche Begleitung.
  • Eine Umgebung, in der für all Deine Bedürfnisse gesorgt ist.
  • Eine hohe selbstbestimmte Freiheit, Deine Körperstellungen zu verändern.
  • Persönliche Anweisungen, auf die einzelnen Übenden und jede Gruppe neu abgestimmt.
  • Einbindung eines bewussten, langsamen Übergangs von Stille zum Reden. In einem geschützten Rahmen wird das miteinander Reden „neu entdeckt“. Damit wird Einsichtsmeditation nicht nur eine Praxis in einem Retreat, sondern zu einer alltagstauglichen Praxis.
  • Buddhayoga zeichnet sich besonders dadurch aus, dass Buddhas kompletter Vortrag über Achtsamkeitspraxis, das Satipatthana Sutta, geübt und Vipassana nicht auf einige Übungen oder Techniken reduziert wird.
  • Auch kannst Du Dich darauf verlassen, dass nur das Sattipatthana Sutta geübt wird. Es werden keine anderen Techniken und Erfahrungen im Seminar gelehrt oder angewendet.
  • Alle Seminare werden von Adriaan van Wagensveld persönlich geleitet.

Persönliche Begleitung

Mit jedem neuen Teilnehmer wird im Rahmen der Anmeldung zum 10-tägigen Retreat ein telefonisches Vorgespräch geführt.

Im Retreat gibt es nach Bedarf, wenn hilfreich auch jeden Tag, Gelegenheit für ein kurzes persönliches Gespräch mit dem Seminarleiter. “Hast du alles was du brauchst? Was bist du am Üben? Hast du Fragen?” So weißt Du, dass Du auf dem richtigen Weg bist und so ist es möglich, Dir persönliche Anweisungen zu geben und im Saal die Übungen besser auf Dich abzustimmen.

Seminarleiter Adriaan van Wagensveld ist den ganzen Tag mit den Teilnehmern im Saal und leitet persönlich durch den ganzen Tag.

Kati & Adriaan van Wagensveld

 

Eine Umgebung, in der für all deine Bedürfnisse gesorgt ist

Du bekommst Deinen eigenen großzügigen Platz zum Üben. Eine Yogamatte, dahinter eine Zabuton (Sitzmatratze) oder eine Schafffellmatte und verschiedene Kissen als Ort zum Sitzen. Dies ist auch der Raum für einen Stuhl oder sogar einen Sessel.

Du kannst diesen Platz so gestalten, wie es für Dich am hilfreichsten ist. Dafür steht Dir eine Fülle an hochwertigen Hilfsmittel zur Verfügung.

Auch bekommst Du Deinen eigenen Esstisch im Speisesaal und ein Einzelzimmer im Haus (fast alle mit eigenem Bad). Diese drei Plätze formen Dein Universum, sie werden nicht einmal von den Seminarleitern betreten.

Persönlicher Tisch zum Essen bei Vipassana

Unser fester Koch, Marck Hofmeester, kümmert sich seit drei Jahren um das Essen und Trinken bei all unseren Retreats. Es gibt drei vegetarische Mahlzeiten pro Tag. Sie sind gekennzeichnet von einer weiten Möglichkeit, Dein Essen selber zu gestalten. Den ganzen Tag stehen Dir Obst, Nüsse, Tee und heißes Wasser zur Verfügung. Ab und zu etwas Süßes und wenn Du irgendetwas brauchst, was nicht da ist, reicht ein Zettelchen, um dies anzugeben. Wenn einigermaßen möglich, werden wir es Dir besorgen. Nach Absprache können wir auch auf Allergien, Unverträglichkeiten oder Diäten eingehen. Kaffee ist auf Wunsch vorhanden. Für Raucher gibt es einen Platz im Außenbereich.

Eine hohe Freiheit, Körperstellungen zu ändern

Wo in vielen Meditationsretreats darauf gedrungen wird, so lange wie möglich bewegungslos auch durch starke Schmerzen hindurch zu sitzen, ist unser Herangehen der Weg über die Entspannung. Du kannst auf Deiner Yogamattte, Deinem Sitzplatz, Stuhl oder Sessel die Körperstellungen einnehmen, die es Dir am einfachsten machen, entspannt bei der Übung zu verweilen. Es ist unsere Erfahrung, dass dies nicht zu mehr Unruhe im Meditationssaal führt sondern eher zu Stille. Das ruhige und leise Verändern einer über das Maß hinaus unangenehm gewordenen Körperstellung, bringt dem Übenden wieder Ruhe und formt eine weniger große Störung für die Anderen, als das heimliche Leiden von Jemandem, der sich trotz großer Schmerzen nicht traut, sich zu bewegen.

Stühle sind herzlich willkommen

Zweimal pro Tag gibt es mindestens eine Stunde zunächst geführte Bewegungen und Körperstellungen, später ein freies Üben. Es ist jedoch für Deine Teilnahme nicht nötig, Erfahrung mit Asanapraxis oder einem anderen Bewegungssystem zu haben. Buddhas Vortrag schreibt vom “Üben in Körperstellungen und Handlungen”, es schreibt vom “Beugen und Strecken der Glieder”. Es ist also egal ob und welchen Yogastil Du übst, oder ob Du im Thai Chi, Qi Gong, Karate, Feldenkreis, Pilates oder Gymnastik zu Hause bist oder nicht. Deine Bewegungspraxis ist keine Unterbrechung oder ein Pausenprogramm, sondern direkte Anwendung des Vortrags des Buddha. Für die sehr Sportlichen, die etwas mehr Bewegung nötig haben, steht ein Concept-2-Rudergerät zur Verfügung. Es ist auch möglich, um das Haus zu joggen – nicht als Ablenkung oder übliches Routineprogramm, sondern wieder als direktes Üben des Vortrags.

Einmal pro Tag gibt es eine Stunde für Gehmeditation im Freien. Anfangs gemeinsam und angeleitet. Nach einigen Tagen frei, jedoch noch immer mit Anweisungen, wie Du erfolgreich üben kannst.

Wenn du so müde bist, dass du schlafen kannst, kannst du über das ganze Retreat hindurch immer wieder in dein Bett gehen, um zu schlafen. Aber nur, so lange du tatsächlich schlafen kannst. Das Seminar hat keine Pausen. Du versuchst, so viel wie möglich im Saal zu üben. Bist du wach, übst du im Saal.

Nach jeweils 53 Minuten folgen 7 Minuten für persönliche Bedürfnisse. Etwas essen oder trinken, Toilettenbesuch, frische Luft oder die Beine strecken. (Fast) jeder hat im Zimmer seine eigene Dusche/Toilette. Es gibt aber auch nah am Meditationssaal öffentliche Toiletten.

Exakte Anweisungen, die auf den Übenden und die Gruppe abgestimmt sind

Jedes Vipassana-Retreat verläuft anders.

Wie die einzelnen Übenden und die Gruppe durch die verschiedenen Übungen von Buddhas Vortrag geleitet werden, ist jedes mal aufs Neue von den Umständen abhängig. Nach dem Leiten von über 50 10-Tage-Retreats und 37 Jahren Meditationserfahrung verfügt Adriaan van Wagensveld über eine Fülle an Instrumenten.

Das Bestreben ist es, in jedem Seminar neu jedem Teilnehmer, jeder Teilnehmerin den ganzen Vortrag verständlich erfahrbar zu machen. Wenn es einzelnen Übenden durch ihre Umstände nicht möglich ist zu folgen, bekommt diese/r Übende auf ihre/seine Bedürfnisse und Möglichkeiten abgestimmte Übungen, damit auch er/sie maximalen Nutzen von seiner/ihrer Zeit hat.

Die Tiefe der Stille in den Alltag bringen

Vipassana ist eine Alltagspraxis.

Die Periode von Stille ist ein Hilfsmittel, um zur Einsicht zu kommen und um im Alltag verweilen zu können in der reinen Betrachtung von dem, was wirklich aufkommt, eine Weile da ist und wieder vergeht. Das heißt, dass ein Meditationsretreat nicht mit dem Abbrechen der Stille endet, dem dann zeitnah die Abreise folgt. Das Satipatthana Sutta spricht vom Üben “im Reden und im Schweigen”. In einem 10-Tage-Retreat bei Buddhayoga finden üblicherweise die ersten sieben ganzen Tage in kompletter Stille statt. Nicht Reden, nicht Lesen, nicht Schreiben, kein Augenkontakt. Die folgenden zwei Tage wird dann allmählich das Übungsfeld erweitert auf zunächst Schreiben, Augenkontakt, Vergangenheit und Zukunft, dann Reden/Zuhören, später Alltagsgeschwindigkeit, Alltagsthemen und Alltagskomplexität. Bis am letzten Abend ein Zusammensein unter den Teilnehmern heitere und freudvolle und vielleicht auch weniger ruhige Momente kennt. Und immer wieder kehren wir zurück in die Stille, die Du in den Tagen vorher aufgebaut hast. So werden Wege erlernt, die Tiefe vom Vipassana im Alltag zu erfahren und immer wieder neu aufzubauen.

Der/die Übende kann erst abreisen, wenn sie/er wieder in ihrem/seinem Alltagsgeist angekommen ist. Es ist unsere Erfahrung, dass der Übergang von intensiver Meditation zum Alltag nicht immer reibungslos verläuft. Die vielleicht nicht mit Meditation bekannte/n Familie oder Freunde, sind nicht unbedingt die geschicktesten Partner, um die Brücke von Meditation hin in den Alltag zu legen. Auch deshalb gestalten wir diesen Alltagsübergang als Teil des Retreats gemeinsam.

Das ganze Satipatthana Sutta und nicht nur eine Auswahl an Übungen

Das Satipatthana Sutta formt einen systematischen Übungsweg. Es ist unsere Überzeugung, dass es vorteilhaft ist, auch tatsächlich diese ganze Systematik zu üben. Du findest den Text, so wie wir ihn nutzen, auf unserer Seite unter Buddhas Vortrag.

Viele Vipassanaschulen und Vipassanalehrer vereinfachen Vipassana zu einigen Übungen. Dies ist bestimmt heilsam und kann bestimmt auch zur Befreiung führen. Der Buddha sagt in mehreren seiner Vorträge, dass reine Beobachtung der Atmung alleine schon zur vollständigen Befreiung führen kann. Es ist also gut vorstellbar, dass es für viele Übende (und Lehrer) günstiger ist, das Üben zu vereinfachen. Unsere Erfahrung ist es jedoch, dass die übergroße Mehrzahl unserer Teilnehmer/innen in der Lage ist, die vier Übungsbereiche zu verstehen und den ganzen Vortrag im Üben zu erfahren.

Du kannst dich darauf verlassen, dass wir die Techniken des Satipatthana Sutta mit nichts anderem vermischen – nicht einmal mit anderen Vorträgen oder Techniken des Buddha.

Die Seminarleitung

Alle Seminare werden von Adriaan van Wagensveld, meist unter Begleitung seiner Frau Kati, persönlich geleitet. 

Adriaan van Wagensveld beschäftigt sich seit 1983 mit Meditation und seit 2003 ausschließlich mit Buddhas Vortrag über Achtsamkeitspraxis, Einsichtsmeditation oder Vipassana. Er war als Novize direkt persönlich bei Zenmeister Thich Nhat Hanh in der Lehre. Er hat außerdem mehrere Jahre in Laienzentren in der Tradition von Thich Nhat Hanh verbracht.

Seit 2008 arbeitet er am Verfeinern der jährlich insgesamt sieben 10-tägigen Vipassana-Retreats. Er hat in all den Jahren in all seinen Entscheidungen rund um die Retreats die Vertiefung über die Verbreitung gewählt. Qualität über Quantität. So hat er keine Werbung gemacht und kein Marketing betrieben – außer dieser Webseite und einem persönlichen Facebookprofil.

Kati van Wagensveld unterstützt Adriaan seit 2012 in die Retreats. Sie bringt neben ihrer eigenen Vipassana-Praxis seit 2008, viel Jahre intensive und wachsende Iyengaryoga-Praxis ein und begleitet die Teilnehmer nach Wunsch persönlich im Umgang mit dem Körper. Sie macht die Rundumumsorgung bis ins kleinste Detail zu einer reibungslosen Wohltat.

„Das Herz von Buddhayoga ist unser eigenes Üben. Wir sehen die Retreats und die Begleitung von Übenden als Forschungsweg. Als Entdeckungsreise. So leben wir gemeinsam mit allen ‚Buddhayogis‘ in Richtung eines ‚Europäischen Buddhismus.'“

Kontakt zur Außenwelt, Retreat-Telefon

Du kannst nur wirklich loslassen, wenn Du den Kontakt zur Außenwelt völlig hinter Dir lässt. Um es Dir möglich zu machen, Dein Handy auszuschalten, haben wir ein Retreat-Telefon 0151-2120 1008, das über die ganze Dauer des Retreats 24 Stunden pro Tag direkt erreichbar ist. Du kannst diese Nummer an Familie/Freunde weitergeben, damit du im Notfall erreichbar bist.

Was und wie wir üben

Auf der Grundlage des Satipatthana Sutta wirst Du in einer ununterbrochenen Abfolge von Übungen, die ineinander fließen, durch den ganzen Vortrag geführt. Der gesamte Vortrag wird in Deinem Körper, Empfindungen, Stimmungen und Gedanken erfahrbar gemacht.

Buddha sagt über diese Technik in seinem Vortrag: ‘Dies ist der direkte Weg zur Läuterung der Wesen, zur Überwindung von Sorgen und Bedauern, zum Beenden von Leiden an körperlich und geistig Unangenehmen, zum Erlernen des edlen Übungsweges, zur Verwirklichung von Befreiung IM Leben, nämlich die vier Übungsbereiche der Aufmerksamkeit.’

Und was ist dieser Weg? Du wirst immer wieder sanft und liebevoll zum Spüren Deiner Atmung und Deiner Körperempfindungen zurückgeführt. Nach zwei, drei oder vier Tagen ist Deine Atmung/Körpergespür meistens ein breiter Strom an wechselnden Empfindungen geworden.

Allmählich lernst Du, in diesen Empfindungen zu differenzieren, genauer zu spüren. Allmählich kommst Du an in einem entspannten Körpergespür. Allmählich wird es einfacher, die Konzentration zu halten. Bis Deine Aufmerksamkeit fest verankert ist bei Atmung/Körper spüren. Bis der Körper Dir wohl bekannt ist.

So kommst Du vielleicht zum ersten Mal wirklich an in Deinem Körper an. Unbeachtet ist dann alles andere im Hintergrund zur Ruhe gekommen. Gedanken sind nichts mehr als Gedanken. Erinnerung sind Erinnerungen, Projektionen in die Zukunft werden als Projektionen erkennbar. Die Gedanken werden allmählich seltener und setzen ab und zu ganz aus. Du kommst an in ‘Verweilen’, ein hellwaches ‘Rumlümmeln ohne einzupennen’. Wenn Du sitzt, sitzt Du. Wenn Du stehst, stehst Du. Wenn Du gehst, gehst Du, wenn Du Tee trinkst, trinkst Du Tee.

Die meisten Seminarteilnehmer/innen erleben dies als die totale Auszeit. Du brauchst Dich an nichts zu erinnern. Du brauchst nichts zu planen. Es wird nichts von Dir erwartet. Du kannst sitzen, liegen, stehen, Schritte gehen. Es geht nicht darum, so lange wie möglich Schmerzen zu ertragen oder eine besondere Körperhaltung einzunehmen. Mit Kissen, einem Stuhl oder anderen Hilfsmitteln kannst du Deinen Sitzplatz so gestalten, dass es Dir leicht fällt, hellwach aufmerksam zu verweilen. In diesem Verweilen entfaltet sich der Rest des Vortrages.

Das Satipatthana Sutta nimmt Dich mit in das Wahrnehmen vom Aufkommen und Vergehen von Gefühlen, in das Wahrnehmen von wechselnden Stimmungen in Deinem Geist und letztlich in das Wahrnehmen des breiten Stromes an wechselnden Inhalten in Deinem Geist: die Gedanken, Neigungen, Gewohnheiten, Glaubenssätze, Dein Projekte, Baustellen und Vorstellungen. So entfaltet sich Einsicht. Nicht als kognitives Verstehen, sondern als Zustand, als Einsehen. Was immer aufkommt, eine Weile da ist und wieder vergeht, siehst Du als das, was es wirklich ist. Ab und zu siehst Du auch die Ursprungsfaktoren, manchmal sogar einen Weg aus zukünftigem Aufkommen von unheilsamen Geistesinhalten heraus. So kommst du an im Herz des Buddha-Weges.

Weiter zum Tagesablauf.

Für eine kostenlose telefonische Beratung oder direkt Anmeldung für das Retreat schreibe per E-Mail unter Kati@Buddhayoga.de oder Adriaan@Buddhayoga.de.